Der große Wochenrückblick ! (21.05.2007-27.05.2007)

Montag, 21.05.2007

Bert Dietz beim...Doping
(Foto, AP)

Der Montag stand ganz im Zeichen des…Dopings. Genau. Radsport. Nicht etwa die endgültige Trennung von Dymler & Chrysler, die seit eh und je wie Feuer und Wasser zueinander standen, der bevorstehende G8 Gipfel oder der immer mehr angeheizte Nah-Ost Konflikt. Nein, die Dopingsünde eines ehemaligen, drittklassigen Fahrers, Bert Dietz, beherrscht die Medien. Warum fragt man sich ? Wusste man das nicht ohnehin ? Während der aktive Zirkus gerade munter durch Italien gurkt und fröhlich mit Steroiden, EPO oder angereichertem Eigenblut gezielt und kriminell betrügt, gesteht also Herr Dietz er habe gedopt. Wie passend dass er das bei Beckmann tut, der ja an sich selbst ein Anti-Doping Mittel ist, durch die Senkung des Ruhepulses beim Zuschauer und der einschlafenden Wirkung seiner Sendung. Wenn Beckmann Gebetsmühlenartig seine Fragen stellt und jegliche, naturgegebene, körperliche Distanz durch plötzliches Hervorschnellen zu seinem Gast wett macht wird einem klar: Hier passiert was, etwas Großes ist im Gange. Ein ganzer Raum wird gefüllt mit…heißer Luft. Dachte man !

Dienstag, 22.05.2007

Kai Diekmann, ausgebrannt ?
(Foto, AP)

Am Dienstag gibt es eine vorübergehende Pause vom Dopingsumpf. Aus den Augen, aus dem Sinn. An diesem Tag wird das Auto von Kai Diekmann(Chefredaktuer der Bild-Zeitung) „Opfer“ eines Brandanschlags. Mal abgesehen vom Verbrechen an sich, dass ich hier in keiner Form gutheißen möchte, amüsiert doch der Name der bekennenden Gruppierung. „Militante Kampagne kämpft für Sie“. Wie hat man sich das vorzustellen ? Ziehen heutzutage Molotov-Cockail-Werfende Alice Schwarzer Verschnitte plündernd durch unsere Straßen ? Oder doch nur eine abgehalfteterte Mädchen Gang die plötzlich gegen die Unterdrückung des stärkeren Geschlechts kämpft. Ja, Frauen sind das stärkere Geschlecht, jeder Mann der halb wegs bei Verstand ist wird dies irgendwann in seinem Leben erkannt haben. Alternative Nummer Drei: Ein lustiver Kegelverein prüder Mauerblümchen denen das Covergirl der Bildzeitung ein Dorn im Auge ist und sich deshalb in der Garage ihrer Gatten Brandbomben zusammenbaut. Fakt ist, dass es sicherlich vernünftiger wäre die Zentrale der Bildzeitung zu sprengen als das Auto des Chefredaktuers. Auf diese Art und Weise würde man vielleicht erreichen dass der deutsche Bauarbeiter mal 2 Tage kein verdummendes Blatt zu lesen bekommt.

Mittwoch, 23.05.2007

Da ist der Pott *gähn*
(Foto, Reuters)

Eine sportliche Woche bisher. Der AC Mailand gewinnt im Olympiastadion zu Athen die Championsleaque gegen den FC Liverpool. Wer es gesehen hat der ärgert sich nicht über das Spiel, nein. Nur darüber dass man Beckmann am Montag nicht aufgezeichnet hat um endlich, friedlich und geruhsam, einschlafen zu können. Das Spiel an sich hätte sicher ähnlich gewirkt, doch das hysterische Geplapper von „Fritz zu und von Thurn und Taxis“ hat einen immer wieder aus dem Sekundenschlaf gerissen. Wer bisher dachte in der ARD werden die Phrasen gedroschen, der sah sich spätestens nun eines Besseren belehrt. Zum Spiel selbst gibt es nicht viel zu sagen. Inzaghi, 1:0. Sekundenschlaf, Inzaghi, 2:0. Endlich vorbei. Keine besonderen Vorkommnisse also. Das sich niemand darum kümmert wie der AC Mailand an sein Geld kommt, nämlich durch gezielte „Spenden“ vom ehemaligen italienischen Diktator Sylvio Berlusconi zeigt nur einmal mehr dass der Fußball keinen Deut besser ist als der Radsport. Vielleicht werden den Fußballern keine lustigen Hormone gespritzt, doch kriminelle Strukturen in Sachen Geldbeschaffung werden seit langem hingenommen. Natürlich nur bei den „Großen“ Vereinen. Aber genug vom Sport.

Donnerstag, 24.05.2007

Aldag und Zabel haben nicht nur große Ohren
(Foto, AP)

Huch, doch nicht. Radsport. Das Comeback des Jahres. Niemand schaut den Giro di’talia, nein, alle warten auf die alltäglichen Pressekonferenzen von, heute für Nicht Insider vergessenen, Ex-Radprofis. Nun also Rolf Aldag und Erik Zabel. Gezielte Einnahmen von EPO, ach wen kümmert es, dass in den letzten Jahren ca. 40 unbekanntere Radprofis an mysteriösen Herzinfarkten gestorben sind, vermutlich auf Grund von EPO Doping. Hatte man etwas von denen wahrgenommen ? Nein, vergessen, nicht mal erwähnt. Bezeichnenderweise gibt nun auch der Teamchef vom Team Telekom, Rolf Aldag zu, gezielt gedopt zu haben, über mehrere Jahre. Da fragt man sich schon wie gewisse Leute den heutigen Sport „sauber“ reden können. Die Ehrlichkeit die nun herausbricht ? Nein, nichts als die Angst vor dem Erscheinen des Buches von Jef D’Hont (damaliger Team Telekom Arzt). Lieber Märtyrer im Dopingsumpf werden als Geächteter desselbigen. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Eine seit Jahren vermutete Dunkelziffer von dopenden Radprofis wird nun also mit Namen gefüllt. Na und ? Jeder wusste das gedopt wird, aber nun ist das deutsche Aushänge Schild in diesem Sport auf einem im Brennpunkt. Ich stelle nur mal folgende Frage in den Raum: Warum ist das Team Telekom denn zu diesem Aushänge-Schild geworden ? Ah, nun fällt es den Leuten wie Schuppen von den Augen. Vermutlich regt sich ganz Deutschland mehr über sich selber auf weil man damit nicht viel früher gerechnet hat.

Freitag, 25.05.2007

Bjarne Riis, gedopt!
(Foto, AP)

Nein, das ist nicht unser Finanzminister Per Steinbrück ohne Haare und Brille (der an diesem Tag immerhin die Unternehmenssteuerreform auf den Weg gebracht hat), nein das ist Bjarne Riis. Wer ? Bjarne Riis. Ach der ! Ja genau der. Tour de France Sieger 1996, die Frage für welches Team er den Sieg holte erübrigt sich inzwischen. Es fängt mit T an und hört mit kom auf. Wer glaubte den Medien hänge dieses Thema inzwischen selber zum Halse raus sah sich leider getäuscht. Riis, heute Teamchef des dänischen Rennstalls CSC, ließ auf einer Pressekonferenz verlauten er habe ebenfalls und über einen langen Zeitraum EPO genommen. Kaum einer wird sich erinnern, doch vor zwei Jahren wurde, der für sein Team fahrende, Tour de France Favorit Ivan Basso wegen Doping Verdachts von der Rundfahrt ausgeschlossen. Ob da ein Quer-Vergleich nötig ist ? Ja unbedingt. Denn es zeigt dass der heutige Radsport genauso verkommen ist wie der damalige. Doping vererbt sich von Fahrergeneration zu Fahrergeneration, wie sollte es auch anders sein wenn Leute die damals gedopt haben den heutigen Teams vorstehen. Wenn ich meinem Sohn zeige das Abflussreiniger ganz ausgezeichnet schmeckt wird er es mit großer Wahrscheinlichkeit auch mal probieren wollen.

Samstag, 26.05.2007

Putin ertrinkt.
(Foto, dpa)

Nein, dies ist nicht die Wolga und auch nicht Vladimir Putin. Schade eigentlich. Es ist die Spree und ein Statist mit Maske des Films „dropping knowledge summercamp“. Eigentlich wird dies ein globaliesierungs-kritischer Film, doch dieses Bild bedeutet in der letzten Zeit mehr, ein Sinnbild der Außenpolitik Russlands. Die Älteren unter uns sehen schon den Kalten Krieg wieder zurück kommen, und ehrlich gesagt, wirklich Hoffnung machen, dass alles halb so wild ist kann man diesen Menschen nicht. Das Verhältnis Russlands zu den USA ist zum Zerreißen gespannt ob der Langstrecken-Raketenabwehr-Systeme die, unsere völlig demokratisch gewählte Regierung der USA *räusper*, in Polen aufbauen möchten. Gut, die Frage sei mal dahin gestellt wo der Nutzen liegt, aber Putin stellt mit seiner Haltung Europa zwischen zwei Stühle. Ist man einerseits abhängig vom russischen Öl, so will man sich auch nicht auf einen grotesken Konflikt mit den USA einlassen. Zu hoffen bleibt lediglich dass die USA ihre „Präventivmaßnahmen“ über den Pazifik hinüberschicken und Russland auf gleichem Wege zurückschlägt. Ja meine Herren Staatspräsidenten, in dieser Richtung geht es auch, die Erde ist eine Kugel, Europa muss nicht zwigend in der Mitte einer Auseinandersetzung liegen.

Sonntag, 27.05.2007

 

Alter Mann mit Buch
(Foto, Reuters)

Die Woche fing mit Doping an, sie endet mit demselbigen. Der Kreis schließt sich. Dieser Junge Mann ist also Jef D’Hont, zusammen mit seiner lustigen Verbrecherlektüre, die ich oben schon einmal kurz ansprach. Heute im Fokus: Jan Ullrich. Den hatte man ja schon fast vergessen in dieser turbolenten Woche. Vermutlich weil sich der Gedanke aufdrängt der Gute Mann hätte das Sprechen verlernt. Das Wort zum Sonntag wurde heute nicht in der ARD von einem dahergelaufende Pfaffen gehalten, nein Jef D’Hont kam, sah, und siegte. „Ich hab ihm EPO gespritzt“ lautet die Pressemeldung. „Ihm“ bezieht sich in diesem Fall auf Jan Ullrich, wobei man dieses kleine Wörtchen ja inzwischen auf das gesamte Team Telekom ausweiten kann. „Ich habe kein Interesse mehr an diesem Thema“. Das ist MEIN Wort zum Sonntag. Schluss mit reumütigen Altfahrern, Dreck werfenden Masseuren und scheinheiligen Ärtzten. Vergrabt euch, leitet weiter eure Rennställe, hängt euch an der nächsten Spritze auf. Das geht nicht ? Im Doping geht alles. Wer pinkeln geht, sich daraufhin einen Schlauch durch den Penis einführt und über diesen Fremdurin einfließen lässt, der vollbringt auch diese Unmöglichkeit. Tangieren würde es micht nicht mal peripher.


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